Osteoporose und
Knochenschwundfrakturen

Wissenswertes über Knochenschwundfrakturen

Ein durch Knochenschwund bedingter Bruch – eine Knochenschwundfraktur oder auch Fragilitätsfraktur – passiert weltweit alle drei Sekunden.

Als Knochenschwundfraktur gilt ein Knochenbruch, der durch eine minimale Verletzung entsteht, beispielsweise einen Sturz aus stehender Position.

Eine Knochenschwundfraktur kann das Leben nachhaltig verändern. Sie kann zu chronischen Schmerzen, andauernder Behinderung oder einer verkürzten Lebenserwartung führen.

Eine Fraktur kann ein erstes Warnsignal sein, dass Ihre Knochendichte geschwächt ist – das kann zu chronischen Schäden und/oder weiteren Frakturen führen

Was bei Osteoporose mit Ihren Knochen geschieht

  • Osteoporose ist eine langfristige Knochenerkrankung, die auftritt, wenn der Körper zu viel Knochensubstanz verliert und/oder zu wenig Knochen bildet.
  • Wenn der Knochenschwund stärker voranschreitet als die Knochenbildung, verlieren die Knochen an Dichte. Sie werden schwächer und brechen leichter.
  • Osteoporose bedeutet übersetzt „poröse Knochen”. Man spricht häufig von einer „schleichenden” Krankheit, da die Diagnose von Osteoporose häufig erst nach der ersten Fraktur gestellt wird.
  • Wenn Sie Ihre Osteoporose nach einem Knochenbruch nicht behandeln, werden Ihre Knochen immer schwächer und das Risiko für eine weitere Fraktur steigt. Dies kann tiefgreifende Auswirkungen auf Ihren Alltag haben.
Gesunder Knochen
Knochen durch
Knochenschwund geschädigt

Was ist eine Knochenschwundfraktur?

Eine Fraktur aufgrund von schwachen Knochen

Jeder nimmt eine Knochenschwundfraktur anders wahr, aber es gibt einen gemeinsamen Grund, warum diese auftreten: eine geringe Knochenmineraldichte (BMD) und ein schwaches Skelett aufgrund von Osteoporose. Diese Knochenbrüche werden durch geringe Verletzungen verursacht, wie einem Sturz aus Stehhöhe oder ein Stoß.

Durch Osteoporose verursachte Knochenbrüche können zu langfristigen Beschwerden führen, die auch Auswirkung auf lhre Unabhängigkeit haben können, zum Beispiel:

  • Chronische Rückenschmerzen 
  • Eine Krümmung der Wirbelsäule mit Verlust an Körpergröße (aufgrund von Frakturen in der Wirbelsäule), die so genannte Kyphose.

Durch Osteoporose verursachte Frakturen ereignen sich am häufigsten hier:

Ursachen von Osteoporose

Mediziner sprechen grundsätzlich von primärer und sekundärer Osteoporose. Liegt keine direkte Ursache für die Osteoporose vor, handelt es sich um eine primäre oder auch ideopathische Osteoporose. Folgende Risikofaktoren können die Entwicklung einer primären Osteoporose auslösen oder begünstigen:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Altersbedingter Mangel an Östrogen/ Testosteron
  • Niedriges Körpergewicht (Body Mass Index = BMI gleich oder weniger als 19)
  • Vorherige Knochenschwundfrakturen
  • Familiäre Vorgeschichte von Hüftfrakturen
  • Aktueller Tabak- und Alkoholkonsum

Bei einer sekundären Osteoporose hängt der verstärkte Knochenschwund mit anderen Krankheiten oder Begleiterscheinungen zusammen. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann Knochenschwund begünstigen. Ursachen für eine sekundäre Osteoporose umfassen unter anderem:

  • Rheumatoide Arthritis
  • Längere Bewegungseinschränkung
  • Organtransplantation
  • Typ-1-Diabetes
  • Aktuelle Behandlung mit Glucocorticoiden
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Magen-Darm-Krankheiten
  • Chronische Lebererkrankung
  • Chronische obstruktive Lungenerkrankung

Auswirkungen von Knochenschwundfrakturen

Jeder Knochenbruch kann massive Auswirkungen auf das weitere Leben haben, zum Beispiel:

Krümmung der Wirbelsäule aufgrund von Brüchen der Wirbelkörper (Kyphose)
Chronische Rückenschmerzen
Abnahme der Körpergröße
Verlust der Eigenständigkeit

Weitere Informationen zu Knochenschwund, Osteoporose und Knochenschwundfrakturen finden Sie hier:

www.Osteoporose.de

Kontaktieren Sie Ihren Arzt, um mit ihm die Vorsorge und das Risiko für einen Knochenschwundbruch zu diskutieren.

Sie sind unsicher, wie Sie das Gespräch beginnen sollen? Nutzen Sie als Grundlage einfach den folgenden Leitfaden:

Gesprächsleitfaden zum Download

Was sollte ich über das Messen von Knochendichte wissen?

Ihre Knochen bestehen größtenteils aus Mineralien. Diese Mineralien geben den Knochen ihre harte, innere Struktur. Der Mineralgehalt in Ihren Knochen wird als Knochendichte bezeichnet.

Wir alle verlieren im Alter an Knochendichte und deshalb tritt Osteoporose auch häufiger später im Leben auf. Allerdings gehören Osteoporose und besonders daraus resultierende Frakturen NICHT zum normalen Alterungsprozess. Bei Menschen über 50 Jahre wird die sogenannte „T-Wert”-Messung angewendet, um zu bestimmen, ob die Person an Osteoporose erkrankt ist.

Ihr Arzt kann eine Knochendichtemessung für Sie veranlassen. Die gängigste Methode ist die DXA/DEXA-Messung (dual energy X-ray absorptiometry, deutsch: Doppelröntgenabsorptiometrie).

Was genau ist eine DXA-Messung?

Bei der DXA-Untersuchung misst man mit Hilfe von Röntgenstrahlung die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule und am oberen Abschnitt des Oberschenkelknochens. Die Messung dauert nur wenige Minuten, ist schmerzfrei und verursacht eine sehr geringe Strahlenbelastung. Die DXA-Messung ist die einzige Methode zur Messung der Knochendichte, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Dachverband Osteologie e.V. empfohlen wird.

Wenn Ihr Arzt bei Ihnen ein hohes Osteoporose-Risiko feststellt, übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Kosten von ca. 50 Euro. Wo Sie eine DXA-Messung durchführen lassen können erfahren Sie von Ihrem Osteologen oder Ihrem Hausarzt.

Wie läuft eine DXA-Messung ab?

  • Das Gerät wird auf Ihr Alter, Ihr Gewicht und Ihre Größe eingestellt.
  • Während der Messung liegen Sie auf einer Liege, die Beine legen Sie erhöht auf einem Kissen ab.
  • Nun vermisst ein Bügel mit Röntgenstrahlen Ihre Lendenwirbelsäule. Dabei müssen Sie ruhig liegen bleiben.
  • Im Anschluss wird Ihre Hüfte vermessen. Dafür müssen Sie Ihre Beine leicht spreizen.
  • Nach ca. 20 Minuten ist die Untersuchung beendet. In der Regel können Sie das Ergebnis direkt mit Ihrem Arzt besprechen.

Das bedeuten die Ergebnisse Ihrer Knochendichtemessung

Sie haben eine Knochendichtemessung durchführen lassen und wollen das Resultat besser verstehen? Dann vergleichen Sie Ihr Ergebnis mit der folgenden Übersicht.

Das Untersuchungsergebnis einer DXA-Untersuchung wird als „T-Score” bezeichnet. Dieser T-Score variiert je nach gemessener Knochendichte. Er kann somit ein früher Indikator sein, um Osteoporose frühzeitig zu erkennen. In der Regel können Sie das Ergebnis der Untersuchung unmittelbar im Anschluss mit Ihrem Arzt besprechen. Sein Urteil ist immer maßgeblich. Generell gilt aber Folgendes:

  • Bei einem T-Score von höher oder gleich -1 sind Ihre Knochen nicht von Osteoporose betroffen. Der Wert gilt als normal.
  • Bei einem Wert zwischen -1 bis -2‚5 spricht man von Osteopenie, einer Vorstufe der Osteoporose. Die Knochendichte ist also bereits vermindert. Unter Umständen ist es hier bereits nötig, medikamentös zu behandeln. Das trifft in jedem Fall zu, wenn der Patient bereits eine Fraktur erlitten hat. Weitere Faktoren wie Alter und Geschlecht spielen ebenfalls eine Rolle.
  • Ein T-Score von -2‚5 oder weniger hat die Diagnose Osteoporose zur Folge. In diesem Fall wird Ihr Arzt mit Ihnen eine individuelle Behandlungsstrategie entwickeln.

Wie bei vielen bildgebenden Verfahren ist es auch bei der DXA-Messung möglich, dass die Ergebnisse durch bestimmte Faktoren verfälscht werden. So kann beispielsweise eine Verkalkung der Wirbelsäule zu einem abweichenden T-Score führen. Deshalb kann es sinnvoll sein, sich an ein spezielles Osteoporose-Zentrum zu wenden. Fragen Sie dazu am besten Ihren Osteologen oder Ihren Hausarzt.

Unabhängig von dem Ergebnis sollten Sie aber in jedem Fall handeln, wenn Sie einen Knochenbruch hatten, der durch eine geringe Verletzung ausgelöst wurde (z. B. ein Sturz aus Stehhöhe oder ein Stoß). Auch moderne bildgebende Verfahren können verfälscht werden. Gehen Sie daher in jedem Fall sicher und sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Hinweis: Sie sollten Ihre Untersuchungsergebnisse in jedem Fall mit Ihrem Arzt besprechen.

Unterschätztes Osteoporoserisiko

Aktuelle Ergebnisse einer Umfrage unter mehr als 4.000 Frauen über 60 Jahren in zehn wichtigen Industrieländern offenbaren einen erschreckenden Mangel an Wissen über Osteoporose und Knochenschwundfrakturen.1

Das gilt auch für die Befragten in Deutschland. So wissen 68 Prozent der Frauen über 60 Jahren wenig oder nichts über Osteoporose. Und 69% aller Befragten glaubt, dass Knochenbrüche im höheren Alter die Folge eines unglücklichen Sturzes oder Unfalls sind und nicht das Ergebnis einer Knochenerkrankung. Weitere 58 Prozent der Befragten sehen brüchige Knochen als eine unabwendbare Begleiterscheinung des Älterwerdens und 64 Prozent sind überzeugt, dass ihr Risiko, eine Knochenschwundfraktur zu erleiden, unvermeidlich zunehmen wird.

Obwohl Frauen ab 60 Jahren ein größeres Risiko haben, an Osteoporose zu erkranken und eine Knochenschwundfraktur zu erleiden, gaben 35 Prozent der Befragten an, dass ihr Arzt über diese Probleme noch nicht mit ihnen gesprochen habe.

Diese Zahlen zeigen, dass die Hintergründe von Osteoporose und Frakturen gerade bei der Gruppe der potentiell Betroffenen wenig oder gar nicht bekannt sind. Sie können jedoch eine erhebliche Bedrohung für ein aktives Leben sein. Wenn Sie einen Knochenbruch erlitten haben, sprechen Sie daher Ihren Arzt unbedingt auf das Thema Osteoporose an.

Wissensstand zu Osteoporose:

% = Wenig bis kein Wissen

  • Schweden 78%
  • Großbritannien 73%
  • Belgien 63%
  • Spanien 50%
  • Dänemark 77%
  • Frankreich 61%
  • Italien 42%
  • Gesamt 61%

Über diese Umfrage

  1. Harris Interactive. Osteoporosis and Fragility Fracture Risk Survey 2018.

    UCB führte in Zusammenarbeit mit Harris Interactive Ltd. eine Umfrage unter Frauen ab 60 Jahren durch. Diese Umfrage erfolgte 2018 in zehn wichtigen Industrieländern: Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Spanien, Schweden, Vereinigtes Königreich und USA.

    4.504 Frauen ab 60 Jahren wurden in Online-Interviews zu den Themen Osteoporose und Fragilitätsfrakturen befragt. Es gab in den meisten Ländern eine Stichprobengröße von 500 Teilnehmerinnen, in Belgien, Dänemark und Schweden eine Stichprobengröße von 333 Teilnehmerinnen.

Kontaktieren Sie Ihren Arzt, um mit ihm die Vorsorge und das Risiko für eine Knochenschwundfraktur zu diskutieren.

Sie sind unsicher, wie sie das Gespräch beginnen sollen? Nutzen Sie als Grundlage diesen Leitfaden.

Für mehr Informationen zu Knochenschwundfrakturen
wenden Sie sich gerne an unser UCBCares®-Team:

https://www.ucb.de/kontakt +49 2173 48 4848